Offene Standards schaffen Wettbewerb und senken die Kosten
Früher verwendeten viele Messdienstleister eigene, herstellerspezifische Funksysteme. Wer sich einmal für einen Anbieter entschieden hatte, war häufig über viele Jahre an dessen Messgeräte und Infrastruktur gebunden.
Mit dem OMS-Standard (Open Metering System) existiert ein herstellerübergreifender Standard für die digitale Übertragung von Verbrauchsdaten. Dadurch können Wasserzähler, Wärmezähler, Heizkostenverteiler und viele weitere Messgeräte verschiedener Hersteller problemlos miteinander kombiniert werden.
Das schafft Wettbewerb, reduziert Kosten und gibt Eigentümern und Hausverwaltungen deutlich mehr Freiheit bei der Auswahl ihrer Messgeräte.
Was ist das OMS-System?
OMS steht für Open Metering System. Dabei handelt es sich um einen europaweit etablierten Kommunikationsstandard für intelligente Messgeräte.
Der Standard legt unter anderem fest,
- welche Daten ein Messgerät überträgt,
- in welchem Format die Daten gesendet werden,
- wie die Geräte eindeutig identifiziert werden,
- wie die Daten verschlüsselt werden,
- und wie Datensammler diese Informationen empfangen und weiterverarbeiten können.
Dadurch spielt der Hersteller eines Wasser- oder Wärmezählers nur noch eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist lediglich, dass das Messgerät den OMS-Standard unterstützt.
Digitalmessdienst arbeitet deshalb bewusst herstellerunabhängig.
Welche Funktechnologien werden verwendet?
Das OMS-Protokoll beschreibt den Inhalt der Datenübertragung. Die eigentliche Übertragung kann über unterschiedliche Funktechnologien erfolgen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Wireless M-Bus (wM-Bus)
- LoRaWAN
- mioty
Unabhängig vom verwendeten Funkstandard können die Daten anschließend von einem geeigneten Datensammler empfangen und an das Portal von Digitalmessdienst übertragen werden.
Warum werden die Daten verschlüsselt?
Eine häufige Frage lautet:
Kann jeder die Funkdaten einfach empfangen?
Die Antwort lautet:
Ja – aber niemand kann sie ohne den passenden Schlüssel lesen.
Die Funktelegramme werden zwar ausgesendet und können grundsätzlich von geeigneten Funkempfängern empfangen werden. Die eigentlichen Verbrauchsdaten sind jedoch verschlüsselt.
Ohne den passenden Schlüssel bleiben die übertragenen Informationen unlesbar.
Dadurch wird sichergestellt, dass ausschließlich berechtigte Personen Zugriff auf die Verbrauchsdaten erhalten.
Was ist ein AES-Schlüssel?
Der AES-Schlüssel (Advanced Encryption Standard) ist der individuelle Verschlüsselungsschlüssel eines OMS-Messgeräts.
Jeder Wasserzähler, Wärmezähler oder Heizkostenverteiler besitzt seinen eigenen AES-Schlüssel. Dieser wird vom Hersteller erzeugt und zusammen mit dem Messgerät ausgeliefert.
Nur mit diesem Schlüssel können die verschlüsselten Verbrauchsdaten entschlüsselt und korrekt verarbeitet werden.
Der AES-Schlüssel schützt somit die Verbrauchsdaten vor unbefugtem Zugriff und ist ein wesentlicher Bestandteil des Datenschutzes moderner Messsysteme.
Warum benötigt Digitalmessdienst den AES-Schlüssel?
Damit Digitalmessdienst die Verbrauchsdaten Ihrer Messgeräte verarbeiten kann, benötigen wir den zugehörigen AES-Schlüssel.
Erst mit diesem Schlüssel können die verschlüsselten Funktelegramme entschlüsselt, den jeweiligen Wohnungen oder Wohneinheiten zugeordnet und anschließend für die unterjährigen Verbrauchsinformationen (UVI) sowie die Heizkostenabrechnung verwendet werden.
Ohne den AES-Schlüssel können zwar Funksignale empfangen werden, die enthaltenen Messwerte bleiben jedoch unlesbar.
Woher bekomme ich den AES-Schlüssel?
Der AES-Schlüssel wird vom Hersteller der Messgeräte bereitgestellt.
In der Praxis erhalten Sie ihn meist über den Heizungs- oder Sanitärfachbetrieb, der die Wasser- und Wärmezähler installiert. Bitten Sie Ihren Fachbetrieb, Ihnen die AES-Schlüssel zusammen mit den Gerätedaten zu übergeben.
Bei größeren Projekten mit vielen Wohnungen oder Wohneinheiten stellen die meisten Hersteller die AES-Schlüssel als Excel-Datei zur Verfügung.
Wie werden die AES-Schlüssel in Digitalmessdienst übernommen?
Digitalmessdienst macht die Einrichtung besonders einfach. Bei einzelnen Messgeräten können die AES-Schlüssel direkt im Portal eingetragen werden.
Wer viele Wohnungen oder Wohneinheiten verwaltet, kann die vom Hersteller bereitgestellte Excel-Datei einfach hochladen. Die AES-Schlüssel werden anschließend automatisch den jeweiligen Messgeräten und Wohnungen zugeordnet.
Dadurch ist auch die Inbetriebnahme großer Wohnanlagen innerhalb kurzer Zeit möglich.
Fazit:
Das OMS-System sorgt dafür, dass Messgeräte verschiedener Hersteller problemlos zusammenarbeiten. Eigentümer und Hausverwaltungen bleiben dadurch unabhängig und können ihre Messgeräte flexibel auswählen.
Der AES-Schlüssel stellt sicher, dass die übertragenen Verbrauchsdaten ausschließlich von berechtigten Personen gelesen werden können. Er schützt die Daten, erfüllt die Anforderungen moderner Datenschutzkonzepte und ermöglicht Digitalmessdienst die sichere Verarbeitung Ihrer Verbrauchsdaten.
Dank standardisierter Schnittstellen und einer einfachen Übernahme der AES-Schlüssel gelingt die Digitalisierung von Immobilien schnell, sicher und ohne Herstellerbindung.