Wireless M-Bus, LoRaWAN oder mioty – welche Funktechnik ist die richtige?

Wireless M-Bus, LoRaWAN oder mioty – welche Funktechnik ist die richtige?

Die gute Nachricht vorweg

Viele Eigentümer und Hausverwaltungen beschäftigen sich mit der Frage, welche Funktechnik sie für ihre Wasser- und Wärmezähler einsetzen sollten. Die Antwort lautet in den meisten Fällen:

Nicht die Funktechnik entscheidet – sondern die bereits installierten Messgeräte.

Sind in Ihrer Immobilie bereits funkfähige Wasserzähler, Wärmezähler oder Heizkostenverteiler vorhanden, geben diese den Funkstandard vor. In diesem Fall wird lediglich ein passender Datensammler benötigt, der die Daten empfangen und an das Portal von Digitalmessdienst übertragen kann.
Nur bei einer Neuinstallation oder einer vollständigen Modernisierung haben Sie die freie Wahl.

Warum gibt es verschiedene Funktechnologien?

Moderne Messgeräte übertragen ihre Verbrauchsdaten automatisch per Funk. Dadurch müssen Wohnungen nicht mehr betreten werden und die Verbrauchswerte stehen automatisch für die unterjährigen Verbrauchsinformationen (UVI) und die Heizkostenabrechnung zur Verfügung.

Im Laufe der Jahre haben sich verschiedene Funktechnologien etabliert. Die wichtigsten sind:

  • Wireless M-Bus (wM-Bus)
  • LoRaWAN
  • mioty

Alle verfolgen dasselbe Ziel: Verbrauchsdaten zuverlässig, energiesparend und sicher an einen Datensammler zu übertragen.

Funken alle Systeme auf derselben Frequenz?

Zum Teil ja.

Wireless M-Bus, LoRaWAN und mioty nutzen in Europa überwiegend das lizenzfreie 868-MHz-Frequenzband.

Trotzdem sind die Systeme nicht miteinander kompatibel. Die Funkfrequenz ist vergleichbar mit einer Straße. Das eigentliche Funkprotokoll ist die Sprache, die auf dieser Straße gesprochen wird.

Alle drei Systeme nutzen teilweise dieselbe "Straße", sprechen aber unterschiedliche "Sprachen". Deshalb kann ein Wireless M-Bus-Datensammler keine LoRaWAN- oder mioty-Telegramme auswerten und umgekehrt. Entscheidend ist daher nicht die Frequenz, sondern das verwendete Funkprotokoll.

Was ist Wireless M-Bus (wM-Bus)?

Wireless M-Bus ist heute der am weitesten verbreitete Funkstandard für Wasserzähler, Wärmezähler und Heizkostenverteiler.

Er wurde speziell für die Verbrauchserfassung entwickelt und hat sich europaweit als Standard etabliert. Nahezu alle namhaften Hersteller bieten heute OMS-fähige Geräte mit Wireless M-Bus an.

Die Vorteile von Wireless M-Bus:

  • speziell für Wasser-, Wärme- und Heizkostenzähler entwickelt
  • große Auswahl an Messgeräten vieler Hersteller
  • OMS-konformer, herstellerunabhängiger Standard
  • geringer Energieverbrauch
  • lange Batterielaufzeiten
  • hohe Übertragungssicherheit
  • ideal für die digitale Heizkostenabrechnung

Was ist LoRaWAN?

LoRaWAN wurde ursprünglich für Anwendungen im Internet of Things (IoT) entwickelt.

Die Technologie eignet sich besonders für große Funkreichweiten und wird häufig in Smart-City-Anwendungen, der Gebäudeautomation oder der Fernüberwachung technischer Anlagen eingesetzt. Auch einige Hersteller von Wasser- und Wärmezählern verwenden inzwischen LoRaWAN.

Sind in Ihrer Immobilie bereits LoRaWAN-Messgeräte installiert, können diese selbstverständlich weiterhin genutzt werden. Voraussetzung ist lediglich ein passender LoRaWAN-Datensammler.

Was ist mioty?

mioty ist eine moderne Funktechnologie, die in Deutschland entwickelt wurde. Sie wurde speziell für Anwendungen mit vielen Sensoren und einer besonders hohen Störsicherheit konzipiert. Auch erste Wasser- und Wärmezähler nutzen bereits mioty.

Für klassische Wohnimmobilien bietet mioty derzeit jedoch nur selten entscheidende Vorteile gegenüber Wireless M-Bus.

Welche Funktechnik empfehlen wir?

Wenn Sie heute neue Wasser- oder Wärmezähler auswählen können, empfehlen wir Wireless M-Bus (wM-Bus).

Dafür gibt es mehrere gute Gründe:

  • größtes Angebot an kompatiblen Messgeräten
  • Unterstützung durch nahezu alle namhaften Hersteller
  • bewährter Standard für die Heizkostenabrechnung
  • lange Batterielaufzeiten
  • geringer Energieverbrauch
  • hohe Investitionssicherheit
  • keine Abhängigkeit von einem einzelnen Hersteller

Gerade bei batteriebetriebenen Datensammlern spielt der Energieverbrauch eine wichtige Rolle. Je seltener Daten übertragen werden und je effizienter die Funktechnik arbeitet, desto länger halten die Batterien.

Muss ich meine vorhandenen Messgeräte austauschen?

Nein. Sind bereits funkfähige Wasser- oder Wärmezähler installiert, können diese häufig weiter genutzt werden.

Entscheidend ist lediglich, dass der eingesetzte Datensammler dieselbe Funktechnologie unterstützt wie die vorhandenen Messgeräte.

Erst wenn Messgeräte nicht funkfähig sind oder aufgrund ihrer Eichfrist ersetzt werden müssen, empfiehlt sich der Umstieg auf moderne Funkzähler.

Herstellerunabhängigkeit ist wichtiger als die Funktechnik

Aus unserer Sicht ist nicht die Wahl der Funktechnik der wichtigste Punkt.

Viel wichtiger ist, dass Sie sich nicht an einen einzelnen Hersteller binden.

Digitalmessdienst arbeitet deshalb herstellerunabhängig. Durch standardisierte Schnittstellen wie OMS können Messgeräte verschiedener Hersteller gemeinsam genutzt und später jederzeit erweitert oder ausgetauscht werden.

Dadurch bleiben Sie langfristig flexibel und vermeiden unnötige Investitionen.

Fazit:

Wireless M-Bus, LoRaWAN und mioty sind moderne Funktechnologien zur automatischen Übertragung von Verbrauchsdaten.

Welche Technik die richtige ist, hängt in erster Linie von den bereits installierten Messgeräten ab. Bei Neubauten oder einer vollständigen Modernisierung empfehlen wir aufgrund der großen Geräteauswahl, der hohen Marktverbreitung und der hervorragenden Energieeffizienz den Einsatz von Wireless M-Bus (wM-Bus).

Digitalmessdienst unterstützt unterschiedliche Funktechnologien und arbeitet herstellerunabhängig. So können vorhandene Wasser- und Wärmezähler häufig weiter genutzt werden, ohne dass Sie an einen bestimmten Hersteller oder Messdienstleister gebunden sind.